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Freie Wähler Traunreut führen Innenstadtspaziergang mit anschließendem Stadtgespräch durch
Traunreut – Am Dienstagabend veranstalteten die Freien Wähler Traunreut einen informativen Innenstadtspaziergang mit anschließendem Stadtgespräch. Stellvertretender Vorsitzender Konrad Unterstein konnte mehrere interessierte Bürgerinnen und Bürger am Rathausplatz begrüßen, bevor der Rundgang durch die Innenstadt begann.
Rathausplatz unter Schutz — Wunsch nach mobiler Begrünung
Nach der Begrüßung ging Unterstein direkt auf die ersten Fragen zur geplanten Umgestaltung des Rathausplatzes ein. Der Platz stehe laut seiner Auskunft weiterhin unter Schutz und dürfe nicht ohne Weiteres verändert werden. Die Freien Wähler haben jedoch einen Antrag eingebracht, am Rathausplatz eine mobile Begrünung zu installieren. „Wir wollen flexible Grüninseln schaffen, die nicht nur uns Bürgerinnen und Bürger erfreuen, sondern auch das städtische Ökosystem stärken“, so Unterstein.
Kantstraße: Aufwertung der Innenstadt – Terminplan der Bauarbeiten
Weiter ging es in die Kantstraße, deren Neugestaltung im Allgemeinen überwiegend positiv aufgenommen wurde. Einem Publikumsausspruch zufolge habe die neue Straße die Innenstadt deutlich aufgewertet. Zur Frage, wie lange der Prozess von der ersten Planung bis zur Einweihung gedauert habe, erläuterte Unterstein: Die Planungen begannen 2016, noch unter Bürgermeister a. D. Ritter, im Stadtrat. Pläne wurden 2017 bestätigt, 2018 begannen Gespräche mit Anliegern und Interessenten. Der eigentliche Umbau startete nach dem Spatenstich im April 2024, die Einweihung erfolgte im Mai 2025. Unterstein fasste es mit: „Wir sprechen hier also von insgesamt neun Jahren“ zusammen.
Munapark West: Änderungen der Rahmenbedingungen verzögern das Projekt
Am Munapark West wurde der aktuelle Stand thematisiert und die Verzögerungen erklärt. Die Grundstücke wurden Anfang 2021 an die Sontowski & Partner Gruppe veräußert, die mit S&P und Bayern Care Tochterunternehmen gründete. Ursprünglich waren auf dem Areal Aldi-Markt, DM-Drogerie, Büroräume, Wohnungen und Seniorenwohnen geplant – was die Erstellung eines Bebauungsplans und eines städtebaulichen Vertrags erforderlich machte sowie die Anpassung des Flächennutzungsplans. Durch drastische Veränderungen bei Baupreisen und Zinslage habe sich die Situation verändert. Die Firma Aldi habe nun erneut ein Grundstück im Munapark erworben und wolle das Projekt selbst umsetzen. Unterstein sagte dazu: „Wir Freie Wähler begrüßen das, da es den Willen widerspiegelt, dem Standort treu zu bleiben, und wir uns etwas mehr Tempo versprechen, da man von einem Baubeginn im Herbst 2026 ausgehe.“ An der Umsetzung des restlichen Projekts werde es allerdings einige kleine Änderungen geben.
Muna Park Ost: Geplante Mischnutzung auf 6.000 Quadratmetern
Abschluss des Rundgangs bildete der Muna Park Ost. Laut Unterstein sollen hier auf einer Fläche von 6.000 Quadratmetern durch das städtische Kommunalunternehmen Gebäude mit maximal 12.000 Quadratmetern Geschossfläche entstehen, die später mit einer Mischnutzung vorgesehen sind. Das Vorhaben solle durch private Investitionen getragen werden. Als mögliche Nutzungen nannte Unterstein eine Gaststätte, Büros oder Arztpraxen sowie eine öffentliche Nutzung.
Stadtgespräch im Leong: Vorstellung der Stadtratskandidaten – und Verkehrsthemen im Fokus
Nach dem Rundgang versammelten sich die Teilnehmer im Restaurant Leong zum Stadtgespräch. Vorsitzender Adolf Trenker begrüßte die Anwesenden und freute sich über die rege Teilnahme. Auf der Tagesordnung stand zunächst die Vorstellung aller 30 Stadtratskandidaten, die sich für die Freien Wähler um ein Mandat bewerben. Im Anschluss leitete Unterstein eine Diskussionsrunde, die weitere Themen rund um die Innenstadt und den Neubau der Grundschule Nord hervorbrachte. Der Verkehr blieb dabei ein Dauerbrenner: Eine anwesende Mutter schilderte die Besorgnis über Bring- und Holzeiten an den Schulen. Unterstein versprach weitere Maßnahmen wie Tempolimits, verbesserte Querungshilfen und eine gezielte Verkehrsführung rund um Schulen und Kindergärten aufzugreifen – ein Ansatz, der sich auch im aktuellen Wahlprogramm der Freien Wähler finde. Daniela Franek, selbst Stadtratskandidatin, regte zudem eine bessere Verkehrsführung rund um das Kaufland-Gelände an der Trostberger Straße an. „Das Linksabbiegen aus dem Parkplatz kommend ist extrem riskant“, so Franek. Unterstein bestätigte, dass dieses Thema in die Beratungen aufgenommen werde; ein laufender Antrag der Fraktion sehe einen Kreisverkehr an der Kreuzung Trostberger Straße, St2104 sowie TS42 vor.
Zu fortgeschrittener Stunde beendete Trenker die Veranstaltung. Die Freien Wähler Traunreut setzen damit ihren Fokus auf gute Lebensbedingungen, Verkehrssicherheit und Innenstadtverdichtung fort.