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Bericht von Pia Mix
St. Georgen. Die Freien Wähler Traunreut zogen in ihrer Jahreshauptversammlung am Dienstagabend beim Dorfwirt in St. Georgen Bilanz über das Jahr 2025 und die zurückliegenden Kommunalwahlen. Bedauert wird, dass die Gruppierung einen Sitz im Stadtrat verloren hat. Umso erfreulicher sei es, dass mit dem dritten Bürgermeister und dem Verkehrsreferenten zwei neue Aufgaben gewonnen wurden.
Adolf Trenker ist nicht nur der Vorsitzende der Freien Wähler, sondern seit Mai auch dritter Bürgermeister von Traunreut. Er hat in diesen wenigen Monaten bereits bei 16 verschiedensten Terminen den Bürgermeister vertreten und in ganz neue Gremien und Themen hineingeschnuppert. Neuer Verkehrsreferent ist Alfred Wildmann, der im Rahmen der Versammlung kurz über seine Tätigkeit berichtete. Er hat sich vor allem vorgenommen, etwas in Sachen E-Scooter zu unternehmen. Diese führen oft viel zu schnell, teils zu zweitau feinem Roller und vor allem immer wieder auf Gehwegen, auf denen sie nichts verloren haben. Seine Forderung, die er auch an die Landtagsfraktion der Freien Wähler gestellt hat, lautet: E-Scooter-Fahrer müssten mindestens 15 Jahre alt sein, dürften nur allein und nur mit Helm fahren, ohne Handynutzung und mit einem zuvor absolvierten Einführungskurs. Die Fahrschule Hoffmann habe ihm bereits zugesagt, einen solchen Kurs aufzulegen. Einen ersten Erfolg konnte der Verkehrsreferent auch schon vermelden. Auf die Bitte eines Bürgers hin, beantragte er, am Friedhof in Traunwalchen den Gehweg abzusenken und so einen behindertengerechten Zugang zu ermöglichen. Laut Alfred Wildmann wurde der Bauhof bereits entsprechend instruiert. Er betonte zusammenfassend: „Mir macht mein neuer Posten unheimlich Spaß.“
Über die Kommunalwahlen und die Stadtratsarbeit sprach Fraktionsvorsitzender Konrad Unterstein auf der Versammlung. Er bedauerte sehr, dass seine Partei einen Sitz verloren hat und nun nur noch mit vier Mitgliedern vertreten ist. Bereits kurz nach der konstituierenden Sitzung habe seine Fraktion zusammen mit dem Verkehrsreferenten bei der Polizei eine Anfrage gestellt zur nächtlichen Raserei in der Stadt. Konrad Unterstein zeigte sich zufrieden, dass die Polizei hier so rasch reagiert hat (wir berichteten). Aktuell sei der Nachtragshaushalt Thema im Stadtrat, der notwendig wurde, da die Stadt für ein neues Baugebiet Grundstücke kaufen möchte. Die wirtschaftliche Lage habe sich erfreulicherweise verbessert, allerdings seien auch die Rücklagen der Stadt fast aufgebraucht. Der Fraktionsvorsitzende warnte: „Der Nachtragshaushalt verbessert die Situation, aber er beseitigt nicht den Engpass.“ Seine Fraktion werde den Haushalt auch künftig sehr kritisch betrachten und: „So lange die Gewerbesteuer sich so gut entwickelt, sollte man auch wieder an die Bildung von Rücklagen denken.“ Im Ausblick auf die nächste Zukunft, versprach Konrad Unterstein, dass die Themen, die im Wahlprogramm der jüngsten Kommunalwahl standen, alle nach und nach aufgegriffen werden sollen. „Wir werden Arbeitsgruppen bilden und schauen, wie man das eine oder andere Thema angehen könnte.“ Auch die Stadtratskandidaten, die nicht zum Zuge kamen, sollen in dem Prozess mit eingebunden werden, wenn sie das möchten.
Den Kassenbericht gab Matthias Bauregger ab und stellte fest, dass der Wahlkampf dieses Mal keine so große Lücke gerissen hat, wie so manches mal davor. Die Kasse schloss 2025 mit einem positiven Ergebnis und die Freien Wähler haben noch ein erfreuliches finanzielles Polster.
Aus dem Kreistag berichtete Manfred Kösterke. Er ging als erstes auf die Waldbrände am Saurüsselkopf und in Oberwössen ein, die den Kreistag schwer beschäftigt hätten. Eigentlich seien Brandereignisse Sache der Kommunen. Doch in diesem Ausmaß könne das keine Gemeinde stemmen. Im Katastrophenfall, der beide Male ausgelöst wurde, übernehme der Freistaat Bayern 80 Prozent der Kosten und der Kreistag habe beschlossen, für die restlichen 20 Prozent aufzukommen. Wichtige Themen seien zudem die laufenden oder geplanten Baumaßnahmen an der Berufsschule I in Traunstein und an den Realschulen in Traunstein und Trostberg. Außerdem habe der Bau des Campus Chiemgau begonnen. Als „Sorgenkind“ und „Dauerbaustelle“ bezeichnete Manfred Kösterke die Kliniken im Landkreis. Das große Hilfspaket, das zusammen mit dem Landkreis Berchtesgadener Land für fünf Jahre geschnürt wurde, laufe 2028 aus und bis dahin sollten die Kliniken soweit stabil sein, dass keine weiteren Hilfspakete mehr notwendig sind. Dies sei auch den Klinikleitern deutlich mitgeteilt worden. Kösterke: „Die Kliniken bleiben Dauerthema, dürfen uns aber nicht auffressen.“ Wichtig sei auf jeden Fall, sie in kommunaler Hand zu behalten.
Dr. Martin Brunnhuber seinerseits gab Einblicke in seineArbeit im Landtag, wo er nun stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler ist. Auch dort seien die Kliniken immer wieder ein Thema. Er ging ebenfalls auf die Waldbrände ein und die Tatsache, dass mit solchen und ähnliche Extremsituationen in Zukunft wohl öfter gerechnet werden müsse. Themen wie Staatsschutz, Zivilschutz, Krisenbewältigung bräuchten daher mehr Beachtung. Bei alldem ist Dr. Brunnhuber aber wichtig, nicht immer alles schlecht zu reden, sondern auch zu sehen, was alles gut läuft: „Wir dürfen nicht jammern, sondern müssen positiv nach vorne schauen.“ Und Politik müsse wieder mehr spürbar, erlebbar für alle sein: „So wenig Staat wie möglich und so viel wie nötig“, lautet seine Devise. - mix