19.01.2020
Interview von Herbert Reichgruber / Traunreuter Anzeiger

Interview von Herbert Reichgruber (Traunreuter Anzeiger) mit dem Fraktionsvorsitzenden Konrad Unterstein zum Jahreswechsel

Welche Bilanz ziehen Sie nach diesem Jahr Arbeit im Stadtrat und den Ausschüssen?

Meiner Meinung nach wurden viele wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Stadtentwicklung getroffen.
Mit dem Muna Park wird meiner Erachtens die Innenstadt enorm gestärkt.
Der moderne Neubau der Grundschule Nord löst das akute Platzproblem.
Das Neubaugebiet Stocket bringt die Stadt Traunreut in Sachen Wohnungsbau einen großen Schritt vorwärts.
Hier sind jetzt nur die großen Projekte genannt, für die vielen Kleinigkeiten bleibt leider zu wenig Raum um sie zu erwähnen.

Was war für Sie persönlich der größte Erfolg?

Persönlich freuen mich selbstverständlich über viele Dinge, allerdings sollten wir den Erfolg für unsere Stadt, deren Umland und ihre Bewohner sehen.
Da zähle ich den Beschluss über das Gesamtverkehrskonzept dazu, welches wir Freie Wähler beantragt haben. Das wird den zukünftigen Stadtrat bei mancher Entscheidung über eine Bebauung und Verkehrsführung extrem helfen.
Auch die Entscheidungsfindung über das Konzept des Muna Parks empfinde ich als großen Erfolg. Damit verbinde ich einen enormen Fortschritt für die Innenstadt und ein Weiterkommen im Wohnungsbau.    

Wo ist es weniger gut gelaufen?

Da fällt mir konkret die Frühlinger Spitz Straße ein.
Der Beschluss zur Annahme der Forderungen des Bürgerbegehrens für den Ausbau der Straße mit einem abgesetzten Fuß- und Radweg finde ich die einzige richtige Entscheidung, so wie wir Freien Wähler es schon immer gefordert haben.
Aber nun wurde dieser Beschluss versucht in einer Salamitaktik zu zerlegen und den Ausbau zu verzögern. Das ist meines Erachtens die völlig falsche Herangehensweise und ein ganz schlechtes Signal gewesen.

Was muss sich im kommenden Jahr ändern?

So wie ich das sehe, wird sich bis zur kommenden Kommunalwahl nicht mehr viel ändern.
Was der neu  gewählte Stadtrat dann alles ändern will, kann ich nicht beurteilen.

Was muss unbedingt noch bis zur Kommunalwahl im März erledigt werden, oder herrscht jetzt Stillstand bis dahin?

Stillstand ist Rückschritt und ich versichere, das wir unsere Arbeit bis zum Ende dieser Legislatur in vollem Umfang wahrnehmen und erledigen werden.
Es stehen ja noch wichtige Dinge an.
Hierzu zähle ich die Vergabekriterien für die Grundstücke im Baugebiet Stocket, die noch festgelegt werden müssen.
Unser Katalog hierfür ist bereits ausgearbeitet und in der Stadtverwaltung eingereicht.

Die Rücklagen der Stadt schmelzen dramatisch. Muss jetzt schnell gespart werden? Wenn ja, wo ist das ihrer Ansicht nach möglich und wo keinesfalls?

Als dramatisch würde ich die Verwendung unserer Rücklagen nicht bezeichnen, immerhin handelt es sich hierbei um kontrollierte Ausgaben.
Es können auch alle gefassten Beschlüsse mit der jetzigen Haushaltslage umgesetzt werden.
Die derzeitige Wirtschaftslage wird uns allerdings bei neuen Projekten zur Vorsicht zwingen.
Hauptziel muss es sein, das wir uns alle Investitionen auch in schlechteren Zeiten im Unterhalt leisten können.

Wo sehen Sie die größten Erfolge des Stadtrates in dieser Legislaturperiode und was wurde versäumt?

Ich sehe viele Dinge, auch Kleinigkeiten, die in dieser Legislatur geschehen sind sehr positiv:

  • die umfangreiche Sanierung des Franz Haberlander Bad
  • der Anstoß von 300 Wohneinheiten
  • der vorangebrachte Straßenbau (Fridtjof Nansen Straße, Martin Luther Straße, Adalbert Stifter Straße, Haßmoning-Pattenham)
  • die Sanierung der Traunwalchener Schule mit der Trennung der Musikschule
  • das Vereinsheim in Traunwalchen
  • die Maßnahmen an der St.Georgener Kreuzung
  • der städtebauliche Vertrag bei der „alten BayWa“

Versäumt wurde es zwar nicht, aber die Ostumgehung zieht sich ein wenig.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten,  was wären ihre wichtigsten Anliegen für Ihre Heimatstadt?

Als erstes würde ich mir für unsere Stadtentwicklung mehr Grundstücke für Wohn- und Gewerbegebiete wünschen, diese Thema brennt ja sehr vielen unter den Nägeln.
Beim zweiten Wunsch denke ich an unsere Kinder. Die bereits gute Struktur in Bildung und Betreuung muss unbedingt beibehalten oder sogar ausgebaut werden. Damit stärken wir auch unsere jungen Familien.
Der dritte Wunsch ist der, den ich schon so oft geäußert habe. Ich bin enorm stolz auf die Integrationskraft in unserer Stadt, die seines Gleichens suchen muss. Das friedliche Miteinander soll so weitergelebt werden, das würde mich sehr freuen.