30.01.2020
Neujahrsempfang 2020

Bürgermeister Ritter: „Haben viel erreicht in sechs Jahren“
Seine Vision 2030: Traunreut muss Oberzentrum werden

Bericht © von Pia Mix, Fotos © von Pia Mix und Freie Wähler Traunreut

Traunreut. Bürgermeister Klaus Ritter führte in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang der Freien Wähler im k1-Saal aus, was in der Stadt in seiner laufenden Amtsperiode alles begonnen und ausgeführt wurde. Rückblickend auf die Zeit seines Amtsantrittes stellt er heute fest: „Ich wollte was bewegen und ich habe was bewegt.“ Auch die nächsten sechs Jahre möchte er „genau da sein, wo ich jetzt bin“ und die Stadt weiterhin in die Zukunft führen.

Der eingeladene Gast der Freien Wähler Mdl Florian Streibl musste seinen Besuch in Traunreut am Donnerstagnachmittag wegen Krankheit kurzfristig absagen. Spntan wurde das Programm des Neujahresempfanges daraufhin umgeworfen und Klaus Ritter stellte sich nach seiner Rede den Fragen des Publikums.

Zu Beginn seiner Amtszeit habe er zunächst viel lernen müssen, erzählte der Bürgermeister, habe dabei aber auch von seiner 30-jährigen Erfahrung als Unternehmer profitiert. Schnell habe er außerdem gemerkt, dass er als Stadtoberhaupt Ziele vorgeben und klar sagen muss, wo es langgehen soll. Eine ganze Reihe an Maßnahmen, die in den letzten sechs Jahren unter seiner Regie begonnen beziehungsweise fertiggestellt werden konnten, zählte das Stadtoberhaupt auf. Dazu gehören unter anderem die Modernisierungsmaßnahmen an den drei Grundschulen und der geplante Neubau der Grundschule Nord, die erfolgreiche Trennung von Carl-Orff-Volksschule und Musikschule, die Weiterentwicklung der Kindertagesstätten mit Neubau des Kindergartens „Schneckenhaus“, der im März eröffnet wird, die komplette Erneuerung des Freibades, der neue Kreisverkehr in Matzing, den sich die Freien Wähler zu 100 Prozent auf die Fahne schreiben, der Start für den Munapark, die Ausweisung des Baugebietes Stocket, die komplette Erneuerung der Nansenstraße, den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Hörpolding bis Haßmoning, den Kreisverkehr an der Stifterstraße und deren geplanter Ausbau, das neue Feuerwehrhaus für die Traunwalchner Wehr. Das seien nur die größeren Dinge aus einer Vielzahl von Maßnahmen. Wichtig ist ihm außerdem das neue Verkehrskonzept, das in Auftrag gegeben wurde, und der Beschluss für einen Neubau von Bücherei und VHS.

Ärgerlich wurde Klaus Ritter beim Thema Frühlinger Spitz, da er bereits 2017 Geld für die Planung in den Haushalt einstellen wollte, damals aber vom Stadtrat eingebremst wurde. Er sah darin eine klare Blockadehaltung gegen seinen Versuch und den seiner Fraktion, durch den Ausbau die Innenstadt vom Verkehr zu entlasten. „Das war eigentlich eine Entscheidung gegen die Bürger damals“, ärgert er sich. Erst durch einen Bürgerentscheid sei die Sache ins Rollen gekommen und erst jetzt könne mit den Planungen begonnen werden.

In seiner Vision 2030 sieht Klaus Ritter weitere Entwicklungschancen für die größte Stadt im Landkreis und sagt ganz deutlich: „Ich will, dass Traunreut Oberzentrum wird zusammen mit Traunstein und Trostberg.“ Dann gäbe es gute Chancen, in Traunreut als mittlere und größte der drei Städte beispielsweise eine Fachhochschule einzurichten. Gerade technische und sozialpädagogische Fachrichtungen würden perfekt zu Traunreut passen. Außerdem wolle er unbedingt einen Funpark für Jugendliche errichten, da sei er bereits seit einem Jahr dran, und er kämpfe weiterhin für eine Stärkung des ÖPNV, sei dafür, dass ein Ein-Euro-Ticket für alle Fahrten eingeführt wird. „Wir kriegen die Leute nur in Zug und Bus, wenn wir die Fahrten günstig machen und die Attraktivität mit erhöhter Frequenz steigern“, betonte Klaus Ritter.

Nur einzelne Besucher stellten anschließend eine Frage an den Bürgermeister. Auf die Frage nach Schachfiguren auf dem Rathausplatz, konnte dieser antworten, dass die Figuren bereits angeschafft wurden und aufgestellt werden sollen, sobald die Winterzeit vorbei ist. Auf die Frage nach dem Radweg von Anning nach St. Georgen konnte Klaus Ritter verkünden, dass dieser abgesetzt von der Fahrbahn noch heuer gebaut werden wird. In Bezug auf die wirtschaftliche Situation erklärte der Bürgermeister, dass bei den Gewerbesteuereinnahmen ein Einbruch von 9,9 Millionen zu Buche schlägt. Die Rücklagen der Stadt seien nach Ausführung aller geplanten Maßnahmen voraussichtlich 2022 aufgebraucht. Aber: „Wir hoffen auf eine schnelle Erholung der wirtschaftlichen Situation.“

 

Der Vorsitzende der Kreisvereinigung der Freien Wähler Hans Stoiber klärte in seinem Grußwort über den Unterschied auf zwischen Kreisverband und Kreisvereinigung. Ursprünglich seien die Freien Wähler nur auf kommunaler Ebene tätig gewesen. Als die Idee reifte, sich auch landesweit zu engagieren und bei den Wahlen anzutreten, sei 2008 zusätzlich zum bereits bestehenden Kreisverband die Kreisvereinigung gegründet worden, die damals auf Anhieb 10 Prozent auf bayerischer Ebene erhielt. „Wir lagen richtig mit der Entscheidung, uns auch außerhalb der Kommunen zu engagieren“, betonte Hans Stoiber, was beim Erfolg in der letzten Landtagswahl bestätigt worden sei. Weiterhin bleibt die Doppelstruktur der Verbände bestehen, wobei sich der Kreisverband um kommunalpolitische Themen kümmert und die Kreisvereinigung um landesweite Themen. Konrad Unterstein, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Stadtrat, überreichte Ernst Biermaier einen Ehrenkrug für seine Verdienste um die Freien Wähler Traunreut. Da er bei der 10-Jahresfeier im vergangenen Jahr nicht dabei sein konnte, erhielt er die Auszeichnung jetzt beim Neujahrsempfang. Ernst Biermaier sei schon immer der Motor der Partei gewesen und „ohne ihn würden wir heute nicht so dastehen“, so Konrad Unterstein. Der Fraktionsvorsitzende rief dazu auf, sich nicht auf dem Erfolg und dem Erreichten der letzten Jahre auszuruhen, sondern die Ärmel hochzukrempeln und sich weiterhin gemeinsam für die Stadt einzusetzen. Die Freien Wähler hätten eine sehr ausgewogene, bunt gemischte Kandidatenliste für den Stadtrat, die sich allesamt für Traunreut und die Bürger einsetzen wollen. Erklärtes Ziel bei der kommenden Kommunalwahl sei, mehr Mandate als bisher zu bekommen und mit Klaus Ritter auch die nächsten sechs Jahre den Bürgermeister der Stadt zu stellen.

Eine Abordnung der Stadtkapelle Traunreut spielte zum Neujahrsempfang auf und Tänzerinnen sowie Tänzer der Tanzschule Heartbeat erfreuten die Besucher mit einigen Darbietungen.                             - mix