11.05.2019
Bericht von der Nominierungsveranstaltung des Bürgermeisterkandidaten

Klaus Ritter kandidiert wieder als Bürgermeister

Freie Wähler nominieren ihn einstimmig - Viel erreicht in fünf Jahren

Bericht und Foto © von Pia Mix

Traunreut. Klaus Ritter betont: „Ich will bei der nächsten Wahl wieder Bürgermeister werden.“ Bei der Nominierungsversammlung am Dienstagabend führte er eine ganze Liste an Projekten an, die in seiner Amtsperiode bereits umgesetzt wurden, und nannte weitere wichtige Themen, die er gerne auch nach der Kommunalwahl 2020 anpacken würde.

Ein „spannendes Thema“ nannte der amtierende Bürgermeister die Debatte um den Frühlinger Spitz, die „leider zum politischen Thema geworden ist“. Die Stadt Traunreut hat bereits 2017 50000 Euro für die Planung des Straßenabschnittes in den Haushalt eingestellt und Klaus Ritter wollte diese entsprechend in Auftrag geben. Der Stadtrat war jedoch mit Ausnahme der Fraktion der Freien Wähler dagegen mit der Begründung, dass erst die große Umfahrung auf den Weg gebracht werden solle. Die Firma BSH hatte dem Bürgermeister für den Ausbau sogar schon ein Grundstück zum Tausch angeboten und auch mit dem Staatlichen Bauamt war bereits abgesprochen, dass diese Straße noch vor der Umfahrung geplant werden sollte. Klaus Ritter zeigte in der Versammlung am Dienstag deutlich seinen Unmut darüber, dass sein Vorhaben „abgewürgt“ wurde, „das war eine Entscheidung gegen die Bürger“. Die Folge war dann das Bürgerbegehren, über dessen weiteren Verlauf noch entschieden werden muss.

Grundsätzlich mache ihm die Arbeit als Bürgermeister, auch wenn sie oft anstrengend sei, „brutal Spaß“ und motiviere ihn immer wieder zu neuen Taten. In der Frage, „wie bringen wir die Stadt voran“, müsse großräumig gedacht werden. Ein wichtiger Punkt ist seiner Meinung nach ein ordentlicher ÖPNV, weshalb er sich auch sehr für den Zweistundentakt der Bahn eingesetzt habe. Ein großes Anliegen sei ihm auch die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten und er verfolge nach wie vor das Ziel eines gemeinsamen Oberzentrums mit Traunstein und Trostberg. Die Stadt Traunreut hat nach den Worten des Bürgermeisters einen erfreulichen finanziellen Spielraum durch gute Einnahmen aus Einkommensteuer und Gewerbesteuer. Nach den in den kommenden Jahren geplanten großen Investitionen verblieben immer noch sieben Millionen Rücklagen. Für Klaus Ritter steht fest: „Die Unternehmer brauchen Kontinuität und Stabilität. Und uns als Stadt stellen sich dadurch klare Aufgaben.“ Arbeitsplätze müssten gestärkt und auch neu geschaffen werden, die Wohnsituation müsse verbessert werden, der Bau von über 300 neuen Wohnungen in nächster Zeit ist beschlossen. Die Wirtschaft solle gestärkt werden unter anderem mit dem Munapark und einer attraktiven Innenstadt mit ausgebauter Kantstraße. Für Kinder und Jugendliche müssen entsprechende Einrichtungen vorgehalten werden. Hier entsteht mit dem „Schneckenhaus“ gerade die zwölfte Kindertagesstätte im Stadtgebiet, die Werner-von-Siemens-Mittelschule wird saniert und die Grundschule Nord neu gebaut. Bereits begonnen wurde der Ausbau des Radwegenetzes und künftig sollen noch an mehreren Straßen Fahrradschutzstreifen entstehen. Noch heuer wird zudem der Ausbau der Straße von Hörpolding nach Haßmoning mit begleitendem Radweg in Angriff genommen und die Sanierung des Freibades hat begonnen.

Einige Projekte, die in seiner Amtszeit erfolgreich abgeschlossen wurden, zählte Klaus Ritter ebenfalls auf. Nansenstraße und Rathausplatz wurden saniert, eine neue Unterkunft für die Traunwalchner Feuerwehr und Schützen gebaut, Niedling komplett mit Straße, Kanal, Breitband ausgebaut, die Kreuzungen in Stein und St. Georgen sicherer gemacht, die neue Straße in Hochreit als Umfahrung für das Heidenhain-Gelände errichtet, Strom- und Gasnetz wurden von der Stadt übernommen und sind nun wieder in kommunaler Hand. Als wichtige Neuerung nannte der Bürgermeister auch den Jugendzuschuss, der nun für alle Vereine gilt und nicht mehr nur für Sportvereine, sowie der jährliche Zuschuss für die Vereins-Liegenschaften. Besonders stolz sei er auch auf die neue rumänisch-orthodoxe Kirche. „Das war zwar nicht meine Leistung, aber gemeinsam mit Pfarrer Bartok habe ich das passende Grundstück gesucht und gefunden. Die Kirche ist ein richtiges Juwel, ein Leuchtpunkt für unsere Stadt.“

Klaus Ritter ist auf das bisher Geleistete stolz, weiß aber auch, dass er allein das alles nicht schaffen konnte: „Ich will Verantwortung übernehmen, aber keine einsamen Entscheidungen treffen, keine One-Man-Show abziehen.“ Ernst Biermaier dankte dem Stadtoberhaupt im Namen der Freien Wähler für seine Arbeit seit 2014. Mit seiner erneuten Kandidatur werde ein wichtiges und positives Signal an die Traunreuter Bevölkerung gesendet.

Die Wahl zum Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler leitete Dr. Lothar Seissiger, das Votum fiel einstimmig für Klaus Ritter aus. Im Anschluss an die Wahl sprach Manfred Kösterke über Aktuelles aus dem Landkreis. Er hob hervor, dass sich seit dieser Amtsperiode des Kreistages die Finanzen im Landkreis deutlich verbesserten, die Schulden wurden gesenkt und die Kreisumlage fiel unter 50 Punkte. Der geplante Bildungscampus, egal wo er dann letztendlich errichtet wird, sei wichtig, damit die Jugend des Landkreises in der Region eine gute Ausbildung bekommen könne. Wichtige Themen seien auch die Gesundheitsvorsorge, allen voran mit den beiden Kliniken, die in nächster Zukunft weiter verbessert werden sollen, und der Wohnungsbau. „Wir brauchen Wohnungen für junge Familien mit weniger Geld aber auch für Ältere, die sich mehr leisten können, und das alles am besten an einem Ort zusammen.“                      - mix