22.02.2019
Wo drückt der Schuh

Die Freien Wähler Traunreut fragten wieder einmal „Wo drückt der Schuh“. Ortsvorsitzender Kai-Holger Seidel konnte zu dieser Veranstaltung, die diesmal beim Dorfwirt in St. Georgen stattfand, zahlreiche Gäste begrüßen. Im Mittelpunkt standen diesmal die Bahn, der Kreisverkehr in St. Georgen und die B304.
Zunächst gab Matthias Bauregger in Vertretung von Fraktionssprecher Konrad Unterstein einen Bericht über die letzte Stadtratssitzung ab. Er ging zunächst darauf ein, dass die Bewerbung für eine Ausrichtung der Landesgartenschau abgelehnt wurde. Die Mehrheit des Stadtrats war der Meinung, dass eine sofortige Bewerbung zu früh käme, weil zunächst andere Projekte (Munapark und verschiedene Straßenbaumaßnahmen) wichtiger seien. Zu einem späteren Zeitpunkt kann aber durchaus nochmals darüber nachdenken und gegebenenfalls eine fundierte Bewerbung abgeben.
Ein weiterer Punkt war der Munapark. Hier sind jetzt sechs Interessenten im Bieterverfahren. Außerdem wurde beschlossen, mit der ENB einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, der eine 50%ige Beteiligung am Erdgasnetz vorsieht.
Bürgermeister Klaus Ritter informierte anschließend über den aktuellen Stand zur Bahnlinie Traunstein –Traunreut - Mühldorf. Durch den Einsatz des Kreistages und der Bürgermeister entlang der Strecke Traunstein – Traunreut - Mühldorf wurde ein Zwei-Stunden-Takt erreicht (was zur Folge hat, dass auf dieser Strecke künftig mehr Züge fahren werden), in dem auch Traunreut folgendermaßen mit einbezogen wird: Der Bahnhof Hörpolding wird „aufgehübscht“ und durch ein Umkoppeln der Gleise wird ein Umsteigen der Fahrgäste nach Traunreut entfallen. Ein Bus-Shuttle von Traunreut nach Hörpolding und zurück entfällt damit. Somit bleibt der Stundentakt zwischen Traunreut und Traunstein erhalten. Der Beginn ist mit dem neuen Fahrplan in ca. 12-18 Monaten vorgesehen. In Traunreut wird es außerdem ab voraussichtlich 01.03. drei zusätzliche Citybusfahrten zur BSH geben. Langzeitziele bleiben aber der Stundentakt Traunstein – Traunreut - Mühldorf und eine Taktung auch am Wochenende.
Durch diese Taktung rückt auch wieder der tiefergelegte Kreisverkehr in St. Georgen in den Bereich des Möglichen.
Ein Zuhörer sprach das Hupen der Bahn in aller Frühe an. Dieses Hupen findet nur bei unbeschrankten Bahnübergängen statt. Ernst Biermaier regte diesbezüglich Halbschranken an allen Bahnübergängen an. Die Bahn will aber, so Paul Obermeier, so viele Übergänge wie möglich schließen.
Herr Schopf forderte in Sachen ÖPNV ein gemeinsames Konzept mit den Firmen zu erarbeiten. Zum Beispiel, das die Mitarbeiter kostenlos mit der Bahn fahren können. Auch für Matthias Bauregger muss die Bahn attraktiver werden.
In der Diskussion spielte das Thema B 304 eine große Rolle. So sagte Herr Schopf aus Trostberg, dass der Traunreuter Stadtrat an seinem Beschluss (keine Westumgehung) festhalten sollte, weil durch die Westumgehung die Traunreuter Probleme nicht gelöst werden und schlug stattdessen vor, vorhandene Strecken östlich der Stadt aufzuwerten. Herr Fasenacht meinte, dass die neue Strecke auf Grund von Emissionen zum Problem werden könnte. Auch für Paul Obermeier wäre die Ideallösung im Osten. Bürgermeister Ritter antwortete darauf, dass neue B 304 (West) stehe und eine Änderung nicht mehr möglich sei. Die Schaffung eines Kreisverkehrs in St. Georgen sei aber sehr wohl möglich.

Herr Moherndl fragte, ob die Ampel bei der Abzweigung zu den Heidenhain-Parkhäusern in der Werner-von-Siemens-Straße auch am Wochenende eingeschaltet sein muss. Bürgermeister Ritter lässt das von der Stadtverwaltung abklären.
Eine Zuhörerin stellte die Frage, ob es Traunreut keine Baugrundmodelle für Einheimische gäbe. Bürgermeister Ritter antwortete darauf, dass solche Modelle eigentlich für kleinere Orte gedacht sind, die sich den ländlichen Charakter erhalten wollen. Dazu kommt, so Paul Obermeier, dass jeder der in Traunreut arbeitet, auch hier wohnen können soll. Auf Nachfrage, wie es mit der Grundstücksvergabe im Baugebiet Stocket aussieht, sagte Ritter, dass der Stadtrat diesbezüglich erst eine Entscheidung fällen muss und aktuell noch keine Bewerbungen für dieses Baugebiet abgegeben werden können
Zu den drei laufenden Bürgerbegehren (Frühlinger-Spitz-Straße, Stadtbücherei und Volksfest) gab Reinhard Kunz noch einen kurzen Sachstandsbericht ab. Danach befinden sich alle drei Bürgerbegehren auf der Zielgerade.